Warum werden Fehler am Computer "Bug" genannt?

Ein "Software-Bug" oder ein "Computer-Bug" (dt.: "Käfer") ist ein nicht nur bei IT-Spezialisten sondern auch allgemein weit verbreiteter Begriff. Lesen Sie weiter, um die Bedeutung dahinter kennenzulernen und woher der Ausdruck kommt.

einen Bug fixen

Zusammen mit anderen speziellen technischen Begriffen aus dem IKT-Vokabular finden wir auch einige merkwürdige Ausdrücke, die Technologie-bezogene Prozesse beschreiben. Die Phrase "einen Bug finden" ist ein perfektes Beispiel hierfür.

Was bedeutet es und woher kommt es?

Laut Technopedia ist ein Bug folgendermaßen definiert:Ein Bug bezieht sich auf einen Fehler oder einen Mangel in einem Computerprogramm oder Hardwaresystem. Ein Bug produziert unerwartete Ergebnisse oder bringt ein System dazu, sich unerwartet zu verhalten. Kurz gesagt, ist es jedes Verhalten oder Ergebnis, das ein Programm oder System erzeugt, für das es nicht konzipiert wurde.

Ein Bug ist also ganz einfach ein Fehler oder Problem in einem Computerprogramm.

Die Herkunft des Bugs "debuggen"

Die meisten Bugs sind auf menschliche Fehler zurückzuführen. Sie entstehen aus verschiedenen Gründen – Fehler im Programmdesign oder Quellcode oder durch die Verwendung von fehlerhaftem Code durch die Software-Entwickler.

Manche Experten sagen sogar, dass es trotz technologischem Fortschritt heutzutage kein Bug-freies Programm mehr gibt.

Tablet mit Bug

Aber warum nennen wir es einen Bug?

Der Begriff "Bug" wurde mit dem Siegeszug der Computer unter Informatikern populär. "Bug" wurde jedoch schon viel früher benutzt, um ein Problem in einer Maschine zu beschreiben.

1843 wurde die Idee einer technischen Fehlfunktion von Ada Lovelace präsentiert, als sie über mögliche Probleme mit Programmkarten in Charles Babbages mechanischer Rechenmaschine sprach. Ihr Gedanke war, dass die Karten der Analytical Engine (wie die Rechenmaschine genannt wurde) wegen unzureichender operativer Informationen falsche Befehle geben können. Als "Bug" hat sie die Fehler jedoch nie bezeichnet.

Thomas Edison hingegen nutzte den Begriff. 1878 schrieb er in einem Brief an seinen Partner über einen Fehler in seiner Maschine – dem Quadruplex-Telegraphen-System. Er nannte diese Fehlfunktion einen Bug und er nutzte diesen Ausdruck auch weiterhin, wenn er einen Fehler in der Konstruktion oder im Betrieb seines technischen Systems fand.

Schon bald verwendeten auch andere Mitglieder der elektrischen Gemeinschaft "Bug" im gleichen Kontext. Unter technischen Erfindern wurde es sogar recht beliebt und 1892 wurde es in das 'Standard Electrical Dictionary' aufgenommen. Das Wörterbuch definierte den Bug als Fehler oder Problem in den Anschlüssen oder im Betrieb von elektrischen Geräten.

Gut zu wissen


Experten versichern uns, dass ein Bug keine Form von bösartiger Software ist, so wie ein Virus oder andere Malware. Stattdessen ist es ein Fehler im Code, der nicht von einem Computer auf einen anderen übertragen werden kann. Software-Bugs können jedoch der Grund dafür sein, dass sich ein Programm nicht entsprechend der Bedienungsanleitung des Herstellers verhält.

Bug

Experten versichern uns, dass ein Bug keine Form von bösartiger Software ist, so wie ein Virus oder andere Malware. Stattdessen ist es ein Fehler im Code, der nicht von einem Computer auf einen anderen übertragen werden kann. Software-Bugs können jedoch der Grund dafür sein, dass sich ein Programm nicht entsprechend der Bedienungsanleitung des Herstellers verhält.

Welcher ist der berühmteste Bug?

Der Millennium-Bug ist vermutlich einer der berüchtigtsten Bugs. Durch ihn wurde das falsche Datum angezeigt, da die Softwareprogramme zu diesem Zeitpunkt nicht für Daten nach dem Jahr 1999 ausgelegt waren.

Der Begriff Bug war also bereits Mitte des 20ten Jahrhunderts beliebt. Er wurde schon vor der Zeit der Computer von Technikern benutzt. Aber warum werden diese Fehler als 'Käfer' bezeichnet?

Vermutlich weil die Programmiererin Grace Hopper und ihr Team im Jahr 1947 einen echten Käfer (eine Motte, um genau zu sein) in einem Relais des elektromechanischen Computers Mark II der Harvard University gefunden hatten. Die Motte hing an einem kleinen Stück Klebeband am Logbuch der Maschine fest und verursachte Löcher in den Lochstreifen des Rechners, was zu Problemen in dessen Funktionen führte.

Hopper und ihr Team nutzten "Bug" selbst danach noch, wenn sie von Problemen sprachen, die die Eingabe von Daten in Mark I- und II-Computer erschwerten. Und der Rest ist Geschichte – die Benutzung des Begriffs "Bug" explodierte praktisch in den folgenden Jahren durch das vermehrte Aufkommen und die höhere Zugänglichkeit von PCs. Heutzutage bezeichnen wir jegliche Fehler oder Störungen in einem Computerprogramm als Bug.