Der 5-jährige Lebenszyklus unserer Virtualisierungsplattform
Der 5-jährige Lebenszyklus unserer Virtualisierungsplattform
von Pol WARNIMONT
am 30. Dezember 2024

Der 5-jährige Lebenszyklus unserer Virtualisierungsplattform

Im Jahr 2018 haben wir beschlossen, unsere Virtualisierungsinfrastruktur vollständig intern zu verwalten. Anstatt uns auf externe Anbieter zu verlassen, haben wir alles selbst aufgebaut und gewartet Rechenzentren in Luxemburg. Dadurch hatten wir die volle Kontrolle über Zuverlässigkeit, Leistung und Sicherheit. Außerdem konnten wir so eine klare technische Ausrichtung verfolgen, die auf Open-Source-Prinzipien basiert.
Wir betrachten die Infrastruktur als langfristige Investition. Alle fünf Jahre überprüfen wir den Lebenszyklus unserer Hardware- und Software-Infrastruktur: Was funktioniert noch, was nicht und welche neuen Technologien es wert sind, eingeführt zu werden. Dieser Ansatz hilft uns, stabil zu bleiben und uns gleichzeitig weiterzuentwickeln.

2018 – Einfach anfangen: KVM und OpenNebula

Unsere erste Plattform basierte auf fünf physischen Servern. Als Hypervisor setzten wir KVM ein, für die Orchestrierung OpenNebula. Das System war effizient, ressourcenschonend und für den anfänglichen Umfang unserer internen Dienste und Kunden-Workloads bestens geeignet.
Doch mit dem Ausbau unserer Infrastruktur benötigten wir bessere Ausfallsicherungsmechanismen, eine höhere Speicherleistung und mehr Flexibilität bei der Kapazitätsverwaltung.

2019 – Skalierung mit OpenStack

Um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden, haben wir eine neue Plattform eingeführt:
  • 20 Server in zwei Rechenzentren
  • Redundante Speicher-Arrays
  • Verbesserte interne Vernetzung
  • Umstellung auf OpenStack für die Orchestrierung
  • Die Kapazität wurde auf über 500 virtuelle Maschinen erweitert
OpenStack bot uns die Skalierbarkeit und Kontrolle, die wir benötigten. Die Umstellung erforderte eine präzise Planung und Konfiguration, doch unser Team sorgte für eine reibungslose Bereitstellung. Diese Konfiguration hat sich über mehrere Jahre hinweg bewährt und den Grundstein für den Betrieb einer georedundanten Infrastruktur gelegt.

2021 – Umfassendes Upgrade, reibungsloserer Betrieb

Zwei Jahre später haben wir auf eine neuere Version von OpenStack umgestellt. Wir haben einen Testcluster mit jeweils zwei Servern pro Rechenzentrum aufgebaut und über einen Zeitraum von sechs Monaten mehr als 200 virtuelle Maschinen sorgfältig und nahezu ohne Ausfallzeiten migriert.
Dadurch konnten wir:
  • Hot-Add für CPU und RAM aktivieren
  • Verbesserung der VM-Mobilität und der Live-Migration
  • Modernisierung unserer Orchestrierungsschicht ohne Unterbrechung des Betriebs
Diese Aktualisierung hat ein zentrales Prinzip bekräftigt: Gründliche Tests und eine methodische Einführung sind im Umgang mit kritischer Infrastruktur unerlässlich.

2024 – Neue Generation mit Proxmox und CEPH

Im Jahr 2024 haben wir einen neuen Lebenszyklus eingeleitet. Einige Hardwarekomponenten hatten das Ende ihrer Lebensdauer erreicht, und es gab Veränderungen in der Virtualisierungslandschaft, darunter Die Übernahme von VMware durch Broadcom bestätigte unsere Entscheidung, überkomplizierte oder an einen Anbieter gebundene Lösungen zu vermeiden.
Wir haben Folgendes verabschiedet:
  • Proxmox VE für Virtualisierung und Orchestrierung
  • CEPH für verteilte, redundante Speicherung
  • 6 Proxmox-Server und 8 CEPH-Speicherknoten an zwei Standorten
Das Ergebnis: eine übersichtlichere Architektur, eine effizientere Hardware-Nutzung und eine einfachere Verwaltung. Und das bei gleichzeitiger Verbesserung der Leistung und der Ausfalltoleranz.

Was Proxmox und CEPH bieten

Diese Technologien passen nicht nur technisch, sondern auch betrieblich zu unserem Umfeld. Sie sind stabil, Open-Source und werden durch aktive Communities und klare Roadmaps gut unterstützt.

Proxmox VE

  • Integriertes Clustering und automatisches Failover
  • Web-Benutzeroberfläche mit vollständigem CLI-/API-Zugriff
  • Zuverlässige Live-Migration und rollenbasierte Zugriffskontrolle

CEPH

  • Selbstheilender, verteilter Speicher
  • Native Unterstützung für Georedundanz
  • Horizontale Skalierung ohne Nacharbeit oder Ausfallzeiten
Zusammen bieten sie uns eine Plattform, die von ihrer Konzeption her einfacher zu warten und widerstandsfähiger ist und den manuellen Aufwand sowie die Komplexität reduziert – selbst wenn wir weiter wachsen.

Was unsere Entscheidungen bestimmt

Wir folgen Trends nicht um der Trends willen, sondern behalten die Entwicklungen in der Branche stets im Blick. Jede unserer Entscheidungen basiert auf Tests, praktischer Erfahrung und langfristigem Denken.
  • Wir bevorzugen Technologien, mit denen wir sicher umgehen können
  • Wir entwickeln Systeme, die unser Team über Jahre hinweg warten kann – nicht nur über Quartale hinweg.
  • Wir schaffen ein Gleichgewicht zwischen Innovation, Zuverlässigkeit und Kontrolle
  • Wir überwachen, überprüfen und passen die Maßnahmen bei Bedarf kontinuierlich an.
  • Und wir bleiben unserer Open-Source-Philosophie treu, denn sie funktioniert
Unsere neueste Plattform ist das Ergebnis von fünf Jahren Erfahrung, erprobter Verbesserungen und konsequenter Entwicklungsarbeit. Es handelt sich nicht nur um ein Upgrade. Es ist ein Schritt nach vorn, der uns und unseren Kunden eine solidere Grundlage für die Zukunft bietet.
 

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