Geschrieben von Pierre Sorlut

28.05.2014 | LUXEMBURG

Unternehmer werden unterstützt, die Rekrutierung ist jedoch problematisch

Im Vorfeld der 10×6 Start-up-Veranstaltung des Paperjam Business Club, die unter der Schirmherrschaft des Wirtschaftsministers Etienne Schneider steht, gibt einer der Redner, Loïc Didelot (CEO von Mixvoip), eine Analyse des luxemburgischen unternehmerischen Ökosystems.

Herr Didelot, Sie stellen diesem Mittwochabend in nur 6 Minuten Ihr Projekt Pindo vor. Wie würden Sie es in wenigen Worten zusammenfassen?

“Pindo est ein Start-up mit dem Ziel, ein Problem zu lösen, dem wir hier im Großherzogtum häufig begegnen, nämlich die Verwaltung mehrerer Smartphones durch eine einzelne Person. Das eine wird vielleicht privat genutzt, dans andere für die Arbeit. Das eine womöglich auf französisch, dans andere auf luxemburgisch oder einer anderen Sprache. Der Slogan von Pindo ist ‘One Smartphone is enough’. Über unsere App und unsere Services vereinen wir das Private mit der Arbeit auf einem einzigen Gerät. Dies passt auch zum BYOD-Prinzip (bring your own device), nach dem der Angestellte mit seinem privaten Mobiltelefon arbeitet und dafür eine Kompensation erhält. Aus wirtschaftlicher Sicht ist das eine Win-Win-Situation. Der Mitarbeiter kann selbst das Smartphone auswählen, das am besten zu ihm passt und der Arbeitgeber muss sich nicht mehr täglich um die Verwaltung einer ganzen Flotte an Geräten kümmern, die zu seinem Ärger oft verloren gehen. Unser Angebot richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen. Aktuell sind wir damit in der Betaphase. Wir haben erste Kunden gewonnen, die die Funktionalität unserer Anwendung aktiv testen. Die eigentliche Vermarktung und der Verkauf unserer App sind ab September vorgesehen.”

Das ist nicht das einzige Projekt, das Sie leiten und die anderen schließen sich diesen für KMU angebotenen Lösungen an

“Ja. Parallel zu Pindo und seit inzwischen sechs Jahren leite ich Mixvoip, einen Cloud-Telefonie-Dienst der sich an KMUs richtet. Wir sind der wenig bekannte Marktführer in Luxemburg mit rund 500 professionellen Kunden. Wir sind innerhalb von einem Jahr am Standort Sandweiler von acht auf zwölf Angestellte angewachsen. Dann gibt es noch Forschung Direkt, die unsere Softwareentwicklungsaktivitäten vorantreibt. Ihr Sitz ist in Bulgarien.”

Hat diese Auslagerung etwas mit den Kosten für Arbeitskräfte in Luxemburg zu tun?

“Kabam und Zynga (zwei amerikanische Unternehmen, die im Bereich der Onlinespiele tätig sind und Luxemburg verlassen) sind keine Einzelfälle. Die Rekrutierung ist unser hauptsächliches Problem. Es ist nicht leicht, mit dem Staat in Konkurrenz um junge luxemburgische Informatik- oder Telekommunikationsstudenten zu stehen. Andererseits muss ich anerkennen, dass Unternehmern in Luxemburg durch staatliche Subventionen und Initiativen wie Luxinnovation geholfen wird. Trotzdem bleibt die Rekrutierung das Hauptproblem, dem wir gegenüber stehen. Wie es aber so schön heißt, soll man das Kind nicht mit dem Bade ausschütten. Luxemburg bleibt ein fruchtbarer Boden für das Wachstum und für die Entwicklung unsere Aktivitäten. Nachdem wir zwei Jahre lang ein Wachstum von 100% erfahren haben, hoffen wir diese Entwicklung auch in den kommenden Jahren beizubehalten. Wir werden auf die Unterstützung der nationalen Behörden angewiesen sein, um ein für unsere Entwicklung günstiges wirtschaftliches Umfeld zu schaffen, und natürlich müssen wir, wie jedes Unternehmen, über ausreichende finanzielle Mittel verfügen, um unser Wachstumstempo aufrechtzuerhalten.”

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